Die (soziokratische) Idee ist ein Modell, das dafür gedacht ist, Organisationen gemeinsam zu leiten und Verantwortung zu teilen. Dabei wird versucht, sicherzustellen, dass wichtige (möglichst alle) Stimmen gehört und ihre Perspektiven in Entscheidungsprozesse und Handlungsweisen einbezogen werden können.
Hier ist eine Übersicht der wichtigsten Prinzipien:
Konsent-Prinzip
• Gemeinsam Entscheidungen treffen
• schwerwiegende Einwände berücksichtigen
Das Konsent-Prinzip besagt, dass Entscheidungen dann getroffen werden können und sollten, wenn es keine schwerwiegenden Einwände mehr dagegen gibt. Dabei muss nicht immer die perfekte Lösung gefunden werden – es soll aber sichergestellt werden, dass alle mit einer Entscheidung mitgehen können und wollen. Entscheidungen werden dabei oft für eine begrenzte Zeit getroffen, um sie anschließend zu überprüfen.
Kreis-Prinzip
• Personengruppen (Kreise) übernehmen Verantwortung
• Innerhalb der Kreise werden bestimmte Rollen definiert
Das Kreis-Prinzip besagt, dass Teilgebiete bzw. Aufgabenbereiche der Organisation, von jeweils einem bestimmten Personenkreis gesteuert und verantwortet werden. Diese Personen nehmen innerhalb des Kreises bestimmte, festgelegte Rollen ein. Die wichtigsten sind eine Kreisleitung, eine delegierte Person zu anderen Kreisen, sowie eine Moderation.
Die Kreise agieren weitgehend selbstständig und treffen eigene Entscheidungen nach dem Konsent-Prinzip. Diese werden über die delegierte Person mit anderen Kreisen abgestimmt.
Doppelte Verknüpfung
• Kommunikation zwischen verschiedenen Kreisen
• Rahmen der Handlungsfähigkeit der Kreise sichern
Durch die Delegierten wird die Kommunikation mit anderen Kreisen sichergestellt und Entscheidungen werden aufeinander abgestimmt. Da die Entscheidung eines Kreises auch Auswirkungen auf andere Kreise haben kann, gibt es die Rolle der Delegierten, die speziell diese Perspektive im Blick behalten.
Offene Wahlen
• Argumente von allen Kreismitgliedern hören
• Grundlagen für gemeinsame Entscheidungen legen
• Offen über eine geeignete Rollenverteilung kommunizieren
Innerhalb der Kreise folgt die Kommunikation Regeln und Ritualen, mit denen sichergestellt werden soll, dass alle beteiligten Personen möglichst gleichermaßen gehört werden und ihre Perspektive in die Entscheidungsfindung einbezogen werden kann. Dabei gibt es immer wieder die Möglichkeit, dass sich jede Person zu einem Thema, einer Idee oder einem Personalvorschlag äußern kann und soll.
Für eine Organisation, die nach diesem Modell ihre eigenen Strukturen anpassen möchte, wird es aus unserer Sicht besonders dann spannend, wenn soziokratische Elemente nach und nach schrittweise kennengelernt, implementiert und geübt werden.
Hier kann das Thema in einem Kurs von „Sociocracy for All“ vertieft werden: https://sutra.co/space/vxjpl9/content






